Version 0.5.4, 93 Tests, acht ADRs. Neu darin: - Auslieferung: was build-package.ts tut, wie die Veroeffentlichung entsteht, und dass die CI-Pipeline noch nie gelaufen ist - Vier Windows-Fallen, die je einen Fehler verursacht haben und im Fehlerfall nicht nach ihrer Ursache aussehen: stderr als NativeCommandError, Rueckgabewert von & plus $LASTEXITCODE, localhost gegen 127.0.0.1, ffmpeg-Filterpfade - Untertitel: die gemessenen Zahlen statt der alten Schaetzung - Hinweis, dass das Repo oeffentlich ist Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com> Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01AhVSfMFdWnXKCv5JfLnArZ
9.3 KiB
Übergabe
Stand 2026-09-09, Version 0.5.4. Wer hier weitermacht, liest zuerst diese
Seite, dann 07-mvp-plan.md. Für Abdu selbst gibt es das
Handbuch.
Wo das Projekt steht
Vier von sieben Scheiben des MVP „Clip-Knopf" sind gebaut. Die Kette vom Auslöser bis zum fertigen Short steht im Code vollständig. Geprüft ist sie überall dort, wo es ohne Abdus Stream-PC ging.
| Scheibe | Stand | Nachweis |
|---|---|---|
| S0 Toolchain + Auslieferung | fertig | Paket gebaut und installiert, check-env ohne harte Fehler, Updater einmal komplett durchgelaufen |
| S1 Einrichtung, Auth, DB, Chat | fertig | Daemon läuft, Chat verbunden, Secrets verschlüsselt |
S2 OBS + !clip |
Code fertig, nicht abgenommen | braucht laufendes OBS |
| S3 9:16-Render | fertig | Durchlauf mit künstlicher Aufnahme |
| S4 Untertitel | fertig | Durchlauf mit echtem deutschen Clip, Ränder nachgemessen |
| S5 Onboarding + Sichtung | offen | |
| S6 Erstchatter-Begrüßung | offen |
93 Tests, alle grün. Was noch fehlt, steht vollständig in
offene-punkte.md.
Was jemand wissen muss, bevor er etwas anfasst
Keine Abhängigkeiten, kein Build. Node 24 bringt SQLite, WebSocket,
fetch und die Ausführung von TypeScript mit. node apps/cli/main.ts läuft
direkt. Deshalb gilt: nur löschbare TypeScript-Syntax, also keine enum,
keine Parameter-Properties im Konstruktor, keine namespace.
erasableSyntaxOnly in der tsconfig.json erzwingt das und hat schon einen
echten Fehler gefangen.
Alles läuft in einem Prozess. Schwere Arbeit (ffmpeg, whisper) läuft als Kindprozess und darf abstürzen. Der Ingest darf nie sterben. Was er nicht mitschreibt, ist für immer weg.
Zugangsdaten kommen aus der Weboberfläche, nicht aus einer Datei. Sie liegen verschlüsselt neben der Datenbank, aber bewusst nicht in ihr. Die Datenbank wird gesichert und weitergereicht, die Geheimnisse nicht.
Das Repo ist seit 2026-09-09 öffentlich. Damit funktioniert der Einzeiler zur Installation, und der Updater braucht keinen Token. Es heißt aber auch: nichts Vertrauliches mehr hineinschreiben, auch nicht in die Doku.
Die Begründungen stehen in decisions/, acht ADRs. Wer eine
davon umwerfen will, liest sie vorher. ADR-0004 (Docker) ist durch ADR-0007
ersetzt; die Analyse darin bleibt lesenswert, weil zwei der vier
beschriebenen Fallen mit dem Container weggefallen sind statt gelöst worden
zu sein.
Loslegen
Auf Abdus Rechner, eine native Windows-Anwendung:
irm https://git.zeasy.dev/ZeasyAlex/abdulive/raw/branch/main/scripts/install.ps1 | iex
Der Installer lädt das Paket, prüft die Prüfsumme, holt das Sprachmodell,
läuft den Selbsttest, startet den Dienst und öffnet die Einrichtungsseite.
Ohne Administratorrechte. Ausführlich in 05-setup.md.
Zum Entwickeln reicht ein Checkout und Node 24 oder neuer:
node apps/cli/main.ts check-env
node --test "packages/**/*.test.ts" "apps/**/*.test.ts"
node scripts/build-package.ts --version 0.5.5 # baut dist/
Typprüfung, das Einzige wofür npm gebraucht wird:
npm i typescript@5.9 @types/node
npx tsc --noEmit
Ausliefern
build-package.ts lädt Node, ffmpeg und whisper.cpp bei ihren Herausgebern,
packt alles nach dist/ und schreibt abdulive.json. Dieses Manifest fragt
abdulive update auf Abdus Rechner ab.
Die Veröffentlichung latest trägt beide Dateien und wird bei jedem Bau
ersetzt, damit die Adresse gleich bleibt.
.gitea/workflows/release.yml macht das beim Tag automatisch. Die Pipeline
ist noch nie gelaufen, bisher wurde von Hand veröffentlicht. Der Runner
(ubuntu-latest) steht.
Windows-Fallen, die schon zugeschlagen haben
Alle vier haben Zeit gekostet, und keine sieht im Fehlerfall nach ihrer Ursache aus. Wer an den PowerShell-Skripten arbeitet, sollte sie kennen.
stderr beendet das Skript. Windows PowerShell 5.1 verpackt jede
stderr-Zeile eines nativen Programms in einen ErrorRecord. Zusammen mit
$ErrorActionPreference = 'Stop' bricht das sofort alles ab. Der Daemon
schreibt im Normalbetrieb Warnungen auf stderr, der Starter hat ihn also bei
seiner ersten Logzeile umgebracht: Aufgabe meldete Code 1, das Protokoll war
leer. Deshalb läuft der Start über Start-Process mit getrennten
Umleitungen, und install.ps1 ruft native Programme über eine Hilfsfunktion
auf, die ErrorActionPreference kurz zurückstellt.
& $programm; return $LASTEXITCODE gibt auch die Ausgabe zurück. Die
Funktion liefert dann ein Array aus allen Ausgabezeilen plus Exit-Code, und
jeder Vergleich damit ist falsch, ohne dass es auffällt. Ein erfolgreiches
fetch-model galt so als fehlgeschlagen. Ausgabe mit | Out-Host
durchreichen.
localhost kostet zwei Sekunden. Der Dienst lauscht nur auf IPv4,
Windows probiert bei localhost zuerst ::1. Gemessen: 2066 ms bis zum
Rückfall gegenüber 15 ms bei 127.0.0.1. Eine Bereitschaftsprüfung mit zwei
Sekunden Zeitlimit läuft dadurch immer ab, obwohl der Dienst längst läuft.
Windows-Pfade im ffmpeg-Filtergraphen brauchen drei Schritte. An echtem ffmpeg 8.1 durchprobiert:
| Form | Ergebnis |
|---|---|
ass=filename=C:/x/s.ass |
No option name near '/x/s.ass' |
ass=filename=C\:/x/s.ass |
ebenso |
ass=filename='C:/x/s.ass' |
ebenso |
ass=filename='C\:/x/s.ass' |
läuft |
Vorwärtsschrägstriche, escapter Doppelpunkt und Anführungszeichen. Je
zwei davon reichen nicht. filterPath() in packages/media/src/ffmpeg.ts
macht das, mit Tests.
Untertitel: was gemessen ist
Die Schrift muss mitgeliefert werden. Im Container kam DejaVu Sans aus
dem Betriebssystem, Windows hat sie nicht. Fehlt fontsdir, setzt libass
wortlos eine Ersatzschrift ein. Gemessen: dieselbe Zeile wird 720 statt 826
Pixel breit, ohne jede Fehlermeldung. Die Dateien liegen unter
assets/fonts/.
Die Zeilenlänge ist eingemessen, nicht geschätzt. Vorher stand dort fest
maxChars: 30. Das sind bei Schriftgröße 76 rund 1085 px, nutzbar sind 940.
Zusammen mit WrapStyle: 2, bei dem libass gar nicht umbricht, lief der Text
links und rechts aus dem Bild. Jetzt wird die Grenze aus Breite und
Schriftgröße abgeleitet, Versalien zählen breiter, und einzelne zu lange
Wörter bekommen eine kleinere Schrift, weil libass innerhalb eines Wortes
nicht umbricht. Deutsche Komposita sind regelmäßig breiter als das Bild.
Wer die Schrift wechselt, muss CHAR_WIDTH_RATIO in subtitles.ts neu
einmessen. Sonst bricht die Zeile wieder an der falschen Stelle.
Die drei Dinge, die Abdu tun muss
- Broadcaster-Konto verbinden. Die beiden Twitch-Apps
(dev.twitch.tv/console/apps, Redirect-URI
http://localhost:4792/callback) kann auch jemand anders anlegen, sie hängen nicht am Kanal. Was nur Abdu kann: auf der Einrichtungsseite eingeloggt als er selbst auf „Mit Twitch verbinden" klicken. Dafür muss die Anwendung auf seinem Rechner laufen, die Seite hört nur auf127.0.0.1. - OBS einrichten: obs-websocket an (Port 4455), Wiedergabepuffer 90 s, Hotkey auf „Wiedergabepuffer speichern", getrennte Audiospuren.
- Layout umstellen nach
obs-layout.md, danachabdulive calibratezur Kontrolle.
Ohne Punkt 1 liest das Toolkit den Chat anonym mit und kann nichts senden. Ohne Punkt 2 gibt es keine Clips. Ohne Punkt 3 sitzt der Ausschnitt schief.
Dazu eine Kleinigkeit mit Wirkung: das Bot-Konto sollte Moderator sein
(/mod <botname>). Ohne das gilt ein Limit von 20 Chat-Nachrichten je 30
Sekunden statt 100, und im Follower-only-Modus kommt der Bot gar nicht durch.
Wo ich weitermachen würde
S2 an einem laufenden OBS abnehmen. Das ist die einzige ungeprüfte Stelle
in der ganzen Kette, und alles Weitere hängt daran. Seit es abdulive sources
gibt, ist auch die Frage beantwortbar, welche OBS-Quelle fremden Text ins Bild
malt. Das war vorher nicht zu erraten.
Danach S5. Nicht wegen des Codes, sondern weil das Werkzeug ohne Sichtungsseite für Abdu nicht bedienbar ist. Die Kette funktioniert, aber sie hat keine Oberfläche, auf der man Clips durchgeht und aussortiert. Abnahmekriterium steht im Plan: Ein Fremder kommt von „nichts eingerichtet" bis zum ersten eigenen Clip, ohne die Dokumentation zu lesen. Installer und Handbuch decken davon inzwischen ein gutes Stück ab.
Womit ich nicht zufrieden bin
Das Aufräumen im Arbeitsordner fehlt komplett. Rohdateien sammeln sich unbegrenzt an, mehrere hundert MB je Clip. Das ist die Lücke, die als Erstes weh tun wird.
Die Untertitel sind brauchbar, nicht gut. ggml-small verhört sich
hörbar („Danke" wurde „Dank es"), DejaVu Sans ist unauffällig, und das
fortlaufende Einfärben ist nicht der Stil, der auf Shorts trägt. Sechs
konkrete Verbesserungen stehen in offene-punkte.md.
Die CI ist geschrieben, aber ungetestet. Beim ersten Tag zusehen.
Das Paket ist nicht signiert. SmartScreen warnt bei jeder Installation. Solange nur Abdu installiert, reicht ein Klick. Sobald jemand Drittes es bekommt, nicht mehr.
Es gibt keine Einstellung für den OBS-Wiedergabepuffer-Ordner. Im
Container kam der Pfad über OBS_REPLAY_DIR, nativ fehlt der Weg. Für die
Clip-Kette ist das egal, weil OBS den Pfad über WebSocket meldet. Aber
calibrate findet so keine Aufnahmen, und check-env warnt zu Recht.