# Übergabe Stand **2026-09-09**, Version 0.5.4. Wer hier weitermacht, liest zuerst diese Seite, dann [`07-mvp-plan.md`](07-mvp-plan.md). Für Abdu selbst gibt es das [Handbuch](handbuch/handbuch.pdf). ## Wo das Projekt steht Vier von sieben Scheiben des MVP „Clip-Knopf" sind gebaut. Die Kette vom Auslöser bis zum fertigen Short steht im Code vollständig. Geprüft ist sie überall dort, wo es ohne Abdus Stream-PC ging. | Scheibe | Stand | Nachweis | |---|---|---| | S0 Toolchain + Auslieferung | fertig | Paket gebaut und installiert, `check-env` ohne harte Fehler, Updater einmal komplett durchgelaufen | | S1 Einrichtung, Auth, DB, Chat | fertig | Daemon läuft, Chat verbunden, Secrets verschlüsselt | | S2 OBS + `!clip` | Code fertig, **nicht abgenommen** | braucht laufendes OBS | | S3 9:16-Render | fertig | Durchlauf mit künstlicher Aufnahme | | S4 Untertitel | fertig | Durchlauf mit echtem deutschen Clip, Ränder nachgemessen | | S5 Onboarding + Sichtung | offen | | | S6 Erstchatter-Begrüßung | offen | | 93 Tests, alle grün. Was noch fehlt, steht vollständig in [`offene-punkte.md`](offene-punkte.md). ## Was jemand wissen muss, bevor er etwas anfasst **Keine Abhängigkeiten, kein Build.** Node 24 bringt SQLite, WebSocket, `fetch` und die Ausführung von TypeScript mit. `node apps/cli/main.ts` läuft direkt. Deshalb gilt: nur *löschbare* TypeScript-Syntax, also keine `enum`, keine Parameter-Properties im Konstruktor, keine `namespace`. `erasableSyntaxOnly` in der `tsconfig.json` erzwingt das und hat schon einen echten Fehler gefangen. **Alles läuft in einem Prozess.** Schwere Arbeit (ffmpeg, whisper) läuft als Kindprozess und darf abstürzen. Der Ingest darf nie sterben. Was er nicht mitschreibt, ist für immer weg. **Zugangsdaten kommen aus der Weboberfläche**, nicht aus einer Datei. Sie liegen verschlüsselt neben der Datenbank, aber bewusst nicht *in* ihr. Die Datenbank wird gesichert und weitergereicht, die Geheimnisse nicht. **Das Repo ist seit 2026-09-09 öffentlich.** Damit funktioniert der Einzeiler zur Installation, und der Updater braucht keinen Token. Es heißt aber auch: nichts Vertrauliches mehr hineinschreiben, auch nicht in die Doku. Die Begründungen stehen in [`decisions/`](decisions/), acht ADRs. Wer eine davon umwerfen will, liest sie vorher. ADR-0004 (Docker) ist durch ADR-0007 ersetzt; die Analyse darin bleibt lesenswert, weil zwei der vier beschriebenen Fallen mit dem Container weggefallen sind statt gelöst worden zu sein. ## Loslegen Auf Abdus Rechner, eine native Windows-Anwendung: ```powershell irm https://git.zeasy.dev/ZeasyAlex/abdulive/raw/branch/main/scripts/install.ps1 | iex ``` Der Installer lädt das Paket, prüft die Prüfsumme, holt das Sprachmodell, läuft den Selbsttest, startet den Dienst und öffnet die Einrichtungsseite. Ohne Administratorrechte. Ausführlich in [`05-setup.md`](05-setup.md). Zum Entwickeln reicht ein Checkout und Node 24 oder neuer: ```powershell node apps/cli/main.ts check-env node --test "packages/**/*.test.ts" "apps/**/*.test.ts" node scripts/build-package.ts --version 0.5.5 # baut dist/ ``` Typprüfung, das Einzige wofür npm gebraucht wird: ```powershell npm i typescript@5.9 @types/node npx tsc --noEmit ``` ## Ausliefern `build-package.ts` lädt Node, ffmpeg und whisper.cpp bei ihren Herausgebern, packt alles nach `dist/` und schreibt `abdulive.json`. Dieses Manifest fragt `abdulive update` auf Abdus Rechner ab. Die Veröffentlichung `latest` trägt beide Dateien und wird bei jedem Bau ersetzt, damit die Adresse gleich bleibt. `.gitea/workflows/release.yml` macht das beim Tag automatisch. **Die Pipeline ist noch nie gelaufen**, bisher wurde von Hand veröffentlicht. Der Runner (`ubuntu-latest`) steht. ## Windows-Fallen, die schon zugeschlagen haben Alle vier haben Zeit gekostet, und keine sieht im Fehlerfall nach ihrer Ursache aus. Wer an den PowerShell-Skripten arbeitet, sollte sie kennen. **stderr beendet das Skript.** Windows PowerShell 5.1 verpackt jede stderr-Zeile eines nativen Programms in einen `ErrorRecord`. Zusammen mit `$ErrorActionPreference = 'Stop'` bricht das sofort alles ab. Der Daemon schreibt im Normalbetrieb Warnungen auf stderr, der Starter hat ihn also bei seiner ersten Logzeile umgebracht: Aufgabe meldete Code 1, das Protokoll war leer. Deshalb läuft der Start über `Start-Process` mit getrennten Umleitungen, und `install.ps1` ruft native Programme über eine Hilfsfunktion auf, die `ErrorActionPreference` kurz zurückstellt. **`& $programm; return $LASTEXITCODE` gibt auch die Ausgabe zurück.** Die Funktion liefert dann ein Array aus allen Ausgabezeilen plus Exit-Code, und jeder Vergleich damit ist falsch, ohne dass es auffällt. Ein erfolgreiches `fetch-model` galt so als fehlgeschlagen. Ausgabe mit `| Out-Host` durchreichen. **`localhost` kostet zwei Sekunden.** Der Dienst lauscht nur auf IPv4, Windows probiert bei `localhost` zuerst `::1`. Gemessen: 2066 ms bis zum Rückfall gegenüber 15 ms bei `127.0.0.1`. Eine Bereitschaftsprüfung mit zwei Sekunden Zeitlimit läuft dadurch immer ab, obwohl der Dienst längst läuft. **Windows-Pfade im ffmpeg-Filtergraphen brauchen drei Schritte.** An echtem ffmpeg 8.1 durchprobiert: | Form | Ergebnis | |---|---| | `ass=filename=C:/x/s.ass` | `No option name near '/x/s.ass'` | | `ass=filename=C\:/x/s.ass` | ebenso | | `ass=filename='C:/x/s.ass'` | ebenso | | `ass=filename='C\:/x/s.ass'` | läuft | Vorwärtsschrägstriche, escapter Doppelpunkt **und** Anführungszeichen. Je zwei davon reichen nicht. `filterPath()` in `packages/media/src/ffmpeg.ts` macht das, mit Tests. ## Untertitel: was gemessen ist **Die Schrift muss mitgeliefert werden.** Im Container kam DejaVu Sans aus dem Betriebssystem, Windows hat sie nicht. Fehlt `fontsdir`, setzt libass wortlos eine Ersatzschrift ein. Gemessen: dieselbe Zeile wird 720 statt 826 Pixel breit, ohne jede Fehlermeldung. Die Dateien liegen unter `assets/fonts/`. **Die Zeilenlänge ist eingemessen, nicht geschätzt.** Vorher stand dort fest `maxChars: 30`. Das sind bei Schriftgröße 76 rund 1085 px, nutzbar sind 940. Zusammen mit `WrapStyle: 2`, bei dem libass gar nicht umbricht, lief der Text links und rechts aus dem Bild. Jetzt wird die Grenze aus Breite und Schriftgröße abgeleitet, Versalien zählen breiter, und einzelne zu lange Wörter bekommen eine kleinere Schrift, weil libass innerhalb eines Wortes nicht umbricht. Deutsche Komposita sind regelmäßig breiter als das Bild. Wer die Schrift wechselt, muss `CHAR_WIDTH_RATIO` in `subtitles.ts` neu einmessen. Sonst bricht die Zeile wieder an der falschen Stelle. ## Die drei Dinge, die Abdu tun muss 1. **Broadcaster-Konto verbinden.** Die beiden Twitch-Apps (dev.twitch.tv/console/apps, Redirect-URI `http://localhost:4792/callback`) kann auch jemand anders anlegen, sie hängen nicht am Kanal. Was nur Abdu kann: auf der Einrichtungsseite eingeloggt als er selbst auf „Mit Twitch verbinden" klicken. Dafür muss die Anwendung auf seinem Rechner laufen, die Seite hört nur auf `127.0.0.1`. 2. **OBS einrichten**: obs-websocket an (Port 4455), Wiedergabepuffer 90 s, Hotkey auf „Wiedergabepuffer speichern", getrennte Audiospuren. 3. **Layout umstellen** nach [`obs-layout.md`](obs-layout.md), danach `abdulive calibrate` zur Kontrolle. Ohne Punkt 1 liest das Toolkit den Chat anonym mit und kann nichts senden. Ohne Punkt 2 gibt es keine Clips. Ohne Punkt 3 sitzt der Ausschnitt schief. Dazu eine Kleinigkeit mit Wirkung: das Bot-Konto sollte Moderator sein (`/mod `). Ohne das gilt ein Limit von 20 Chat-Nachrichten je 30 Sekunden statt 100, und im Follower-only-Modus kommt der Bot gar nicht durch. ## Wo ich weitermachen würde **S2 an einem laufenden OBS abnehmen.** Das ist die einzige ungeprüfte Stelle in der ganzen Kette, und alles Weitere hängt daran. Seit es `abdulive sources` gibt, ist auch die Frage beantwortbar, welche OBS-Quelle fremden Text ins Bild malt. Das war vorher nicht zu erraten. **Danach S5.** Nicht wegen des Codes, sondern weil das Werkzeug ohne Sichtungsseite für Abdu nicht bedienbar ist. Die Kette funktioniert, aber sie hat keine Oberfläche, auf der man Clips durchgeht und aussortiert. Abnahmekriterium steht im Plan: *Ein Fremder kommt von „nichts eingerichtet" bis zum ersten eigenen Clip, ohne die Dokumentation zu lesen.* Installer und Handbuch decken davon inzwischen ein gutes Stück ab. ## Womit ich nicht zufrieden bin **Das Aufräumen im Arbeitsordner fehlt komplett.** Rohdateien sammeln sich unbegrenzt an, mehrere hundert MB je Clip. Das ist die Lücke, die als Erstes weh tun wird. **Die Untertitel sind brauchbar, nicht gut.** `ggml-small` verhört sich hörbar („Danke" wurde „Dank es"), DejaVu Sans ist unauffällig, und das fortlaufende Einfärben ist nicht der Stil, der auf Shorts trägt. Sechs konkrete Verbesserungen stehen in [`offene-punkte.md`](offene-punkte.md). **Die CI ist geschrieben, aber ungetestet.** Beim ersten Tag zusehen. **Das Paket ist nicht signiert.** SmartScreen warnt bei jeder Installation. Solange nur Abdu installiert, reicht ein Klick. Sobald jemand Drittes es bekommt, nicht mehr. **Es gibt keine Einstellung für den OBS-Wiedergabepuffer-Ordner.** Im Container kam der Pfad über `OBS_REPLAY_DIR`, nativ fehlt der Weg. Für die Clip-Kette ist das egal, weil OBS den Pfad über WebSocket meldet. Aber `calibrate` findet so keine Aufnahmen, und `check-env` warnt zu Recht.